T23: SHELTER – UNSERE SCHUTZ(T)RÄUME

Künstler:innen

Jonathas de Andrade (BRA) / Gabi Blum / Böhler&Orendt / Ben Goossens /Johannes Hochholzer / Bianca Kennedy / Christoph Lammers und Lara Paschke / Carla Moschner / Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl / Rita de Muynck / Lukas Niedermeier / Janina Totzauer / Anna Schölß / Martin Schuster sowie Franz Marc.

Anlässlich der umfassenden Transformationsprozesse, die durch die Neunutzung des Kloster Schlehdorf angestossen werden, haben Kuratorin Anna Schölß und Koordinator Johannes Hochholzer unter der Trägerschaft des Vereins Zukunft Kulturraum Kloster e.V. die dritte Ausgabe der Ausstellungsreihe TRANSFORMATIONEN initiiert, um die vielschichtigen Veränderungen und Umstrukturierungen dieses historischen Übergangs durch den künstlerischen Blick wiederzugeben und das Areal des ehemaligen Klosters neu zu beleuchten.
Diese künstlerische Interimsnutzung der Klosterräumlichkeiten wird zum Impulsgeber, aktuelle zeitgenössische Kunst im ländlichen Raum im Dialog mit regionalen kulturellen Akteur:innen sowie den Missionsdominikanerinnen zu etablieren.

TRANSFORMATIONEN 23 stand unter dem Titel Shelter – unsere Schutz(t)räume und stellt u.a. die Frage nach der Bedeutung des Klostergebäudes als Schutzraum. Erstmalig werden dafür die unergründlichen langen Gänge und Räume im Untergeschoss des Klosters, den „Katakomben“ (frei benannt nach dem ersten Shelter der Christen in Rom) sowie die sich in Transformation befindende Schwesternkapelle künstlerisch bespielt.

„Die Katakomben“ im Kloster sind ein ganz typischer Shelter. Es ist ein besonderes Gefühl, in eine davon hineinzugehen, die Türe zu schließen und nur das Oberlicht als Helligkeitsquelle zu haben. Diese unheimliche Stille und Verlassenheit, die einen – eingeschlossen in den dicken
Mauern – umfängt, hat etwas Beschützendes und zugleich etwas Ängstigendes an sich.
Wir haben als junge Schwestern oft in diesen Räumen gearbeitet, es war immer ein Urerlebnis.

Sr. Josefa Thusbaß, Prokurin der Missionsdominikanerinnen Schlehdorf


Aufgrund der enormen politischen, gesellschaftlichen und klimatischen Umwälzungen unserer Zeit wächst bei immer mehr Menschen das Bedürfnis nach Räumen für Rückzugsmöglichkeiten nach Räumen, die vermeintlich Schutz bieten im Bezug auf deren physischen, emotionalen und menschlichen Bedürfnisse, insbesondere mit Blick auf Herkunft, Religion, Sprache, Fähigkeiten, Geschlecht, Sexualität und vielen weiteren Facetten.
In den neugenutzten Räumen des ehemaligen Klosters ist noch die Atmosphäre der schützenden dicken Klostermauern und die gelebte Spiritualität zu spüren- die Intention vieler Menschen, die ihr Leben und Schaffen dorthin verlegen ähnelt sich: das Bedürfnis nach einem kontemplativen, ruhigen Ort fern der lauten Städte, nahe an der Natur.
Das Thematik Shelter hat neben diesen aktuellen Anlässen eine weitere ganz konkrete Bedeutung bekommen. Durch das extreme Hagelunwetter im August 2023 sind viele der historischen Butzenfenster der Schwesternkapelle sowie etliche weitere Klosterfenster zerbrochen. Der Kirchenraum als historisch etablierter Schutzraum zeigt sich durch den Klimawandel und andere gesellschaftliche Entwicklungen ebenso verletzlich und brüchig.

Photocredits: Magdalena Jooss

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